Modul mit Lehrveranstaltungsdetails


Allgemeine Informationen
Erweiterte heilkundliche Aufgaben
Advanced medical duties
10.130
ErwHeilkAufg-01-BA-M
Prof. Dr. Erdmann, Anke (anke.erdmann@haw-kiel.de)
Prof. Dr. Erdmann, Anke (anke.erdmann@haw-kiel.de)
Sommersemester 2026
1 Semester
In der Regel im Sommersemester
Deutsch
Studiengänge und Art des Moduls (gemäß Prüfungsordnung)
Studiengang Vertiefungsrichtung Schwerpunkt Modulart Fachsemester
B.Sc. - BAP - Pflege (ausbildungsbegleitend) Pflichtmodul

Kompetenzen / Lernergebnisse
Kompetenzbereiche: Wissen und Verstehen; Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen; Kommunikation und Kooperation; Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität.
Mit dem Erwerb von erweiterten Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten ist für die Pflegefachpersonen die Verantwortungsübernahme in komplexen Pflege- und Therapieprozessen mit Menschen aller Altersstufen und deren Bezugspersonen verbunden. Dies passiert in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzt:innen. Gesellschaftliche und epidemiologische Entwicklungen und die damit einhergehenden komplexen Versorgungssituationen erfordern die Arbeit in multiprofessionellen Teams. Die interprofessionelle Zusammenarbeit bedingt eine größere pflegerische Handlungsautonomie, da Pflegefachpersonen als eigenständige Erbringer von Leistungen auftreten und die fachliche, wirtschaftliche, ethische und rechtliche Verantwortung für alle der Pflege übertragenen Aufgaben übernehmen. Wenngleich es sich bei einer Reihe der in der Richtlinie nach § 63 Abs. 3c SGB V aufgeführten heilkundlichen Tätigkeiten um Aufgaben handelt, die jetzt schon von Pflegefachpersonen in Delegation übernommen werden, so ist die hier intendierte Substitution darauf gerichtet, diese Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich auszuüben (vgl. Fachkommission nach § 53 PflBG, 2021). Daher sollen folgende Kompetenzen in diesem Modul erworben werden:
Die Studierenden können die Entwicklungen im Bereich Pflege und die damit verbundene Erweiterung ihrer Verantwortung in den pflegerischen Handlungsfeldern benennen und erläutern. Sie können Aspekte der Versorgungsstrukturen, der Ökonomie, der Ethik und rechtlicher Fragen in Bezug auf die Substitution von Leistungen reflektieren und bewerten. Sie können den Aufbau und die Zusammenarbeit multiprofessioneller Teams am Beispiel der Versorgung von Menschen mit chronischen oder akuten Atemwegserkrankungen beschreiben.
Die Studierenden können innerhalb eines multiprofessionellen Teams kooperativ agieren.
Die Studierenden können sich begründet für oder gegen die Übernahme erweiterer heilkundlicher Aufgaben entscheiden, und sich gegenüber divergierenden Interessen selbstbewusst positionieren.
Angaben zum Inhalt
- ausgewählte rechtliche, wirtschaftliche, berufspolitische und pflegeethische Fragestellungen im Kontext der Ausübung erweiterter heilkundlicher Aufgaben (rechtliche Grundlagen, z. B. Richtlinie nach § 63 Abs. 3c SGBV, § 63 SGB V, PflBG, Haftungsrecht, Delegationsrecht; Finanzierung der übernommenen heilkundlichen Aufgaben, z. B. Abrechnungsverfahren für Heil- und Hilfsmittelerbringer; Aspekte der Geschichte des Pflegeberufs)
- Widersprüche und Konflikte in der Institution, im intra- und interprofessionellen Team hinsichtlich der Übernahme erweiterter heilkundlicher Aufgaben
- individuelle und interprofessionelle Lernbedürfnisse und -erfordernisse
- Innovationsbedarfe zur Weiterentwicklung und Stärkung der Pflege als Profession
- pflegepolitische Gremien/Institutionen als Orte der Mitbestimmung und Weiterentwicklung der Pflege
- Versorgungsbereiche und deren jeweilige Logik vor dem Hintergrund der Übernahme ärztlicher Aufgaben
Achterfeld, C. (2014). Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen: Rechtliche Rahmenbedingungen der Delegation ärztlicher Leistungen (Kölner Schriften zum Medizinrecht, Band 15). Springer.
Büscher, A., & Krebs, M. (2022). Qualität in der Pflege. Ernst Reinhard Verlag.
Christensen, S. S. (2019). Escape from the diffusion of responsibility: A review and guide for nurses. J Nurs Manag, 27(2), 264-270. doi:10.1111/jonm.12677
Haeske-Seeberg, H. (2021). Handbuch Qualitätsmanagement im Krankenhaus: Strategien, Analysen, Konzepte. Kohlhammer.
Hiemetzberger, M. & Hamedinger, R. (2022). Überblick zur Geschichte der Pflege. facultas.
Kahla-Witzsch, H.A. (2019). Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN EN ISO 9001:2015 und DIN EN 15224:2017: Ein Leitfaden. Kohlhammer.
Kahla-Witzsch, H. A., Jorzig, A., & Brühwiler, B. (2019). Das sichere Krankenhaus. Leitfaden für das klinische Risikomanagement. Kohlhammer.
Kuethe, M. C., Vaessen-Verberne, A. A., Elbers, R. G., & Van Aalderen, W. M. (2013). Nurse versus physician-led care for the management of asthma. Cochrane Database Syst Rev(2), CD009296. doi:10.1002/14651858.CD009296.pub2
Laurant, M., van der Biezen, M., Wijers, N., Watananirun, K., Kontopantelis, E., & van Vught, A. J. (2018). Nurses as substitutes for doctors in primary care. Cochrane Database Syst Rev, 7(7), CD001271. doi:10.1002/14651858.CD001271
Kostorz, P. (2024). Recht in der Pflege. Ernst Reinhardt Verlag.
Tewes, R. (2002). Pflegerische Verantwortung. Verlag Hans Huber.
Zapp, W. (Hrsg.) (2020). Qualitäts- und Risikomanagement im Krankenhaus: Analyse – Verfahren – Anwendungsbeispiele (Controlling im Krankenhaus). Springer.
Lehrveranstaltungen
Arbeitsaufwand
6 SWS
10,0 Leistungspunkte
72 Stunden
228 Stunden
Modulprüfung
Für die Zulassung zur Prüfung im Modul 10.130 ist die erfolgreich abgeschlossene Prüfung der Module 10.050, 10.060, 10.070 und 10.080 Voraussetzung.
Prüfungsform Dauer Gewichtung wird angerechnet gem. § 11 Absatz 2 PVO Benotet Anmerkung
Hausarbeit 100 %
Sonstiges
Das Pflichtmodul zur Vertiefungsrichtung "Heilkundliche Aufgaben Atmung" orientiert sich an den Vorgaben der Fachkommission nach § 53 PflBG, 2021 zum Grundlagenmodul.